Mittwoch, 25. November 2015
Das Leben ist manchmal ein Arschloch
Der Begriff ein „Herz aus Stein“ zu haben, bekommt für mich ganz neue Dimensionen. Bisher hatte ich es immer nur mit jemandem verbunden, der dem Anderen keinerlei Gefühle mehr entgegenbringen kann. Bei dem sich innerlich nichts mehr regt, der alles schöne und liebevolle vergessen hat.

Ich selber kann mir so etwas nicht vorstellen. Ich habe jede Frau die ich geliebt habe, auch liebevoll weiterhin in mir getragen und den Kontakt meinerseits nie abgebrochen. Bin ich eine Ausnahme oder einfach nur zu blöd?

Mein Herz ist jetzt auch ein Stein geworden. Nicht, weil ich nichts fühle, sondern weil es einfach so schwer geworden ist. Zur Zeit fühlt es sich an wie ein riesiger Granitblock, der die Brust zu erdrücken scheint. Es fällt schwer durch zu atmen. Dieses Gefühl, ganz tief Luft zu holen und sich danach etwas befreiter zu fühlen, genau das Gefühl fehlt mir seit dem sie sich von mir getrennt hat. Ich habe aufgegeben darauf zu warten, dass sich das Gefühl wieder einstellt. An Logik mangelt es mir nicht. Mir ist schon klar, dass je mehr ich suche, warte, lauere oder mir etwas sehnlichst herbei wünsche, genau das nicht passieren wird. Es kommt immer dann, wenn man damit gar nicht mehr rechnet und daran denkt.Aber das ist immer leichter gesagt als getan.

Aber dieses beschissene Gefühl der Hilf- und Ratlosigkeit, im Bezug auf sie, fällt mich immer wieder an. Bin ich ein Loser, weil ich versucht habe um sie zu kämpfen? War ich zu anspruchsvoll, weil ich etwas besser machen wollte? War ich zu Naiv, weil ich die Erwartung hatte, dass ich nach fast sieben Jahren noch eine Chance bekomme?

Anscheinend schon. Sie hat sich in das nächste "Abenteuer" reingestürzt und hat mich anscheinend nach knapp drei Monaten schon ganz vergessen.

Ich fühle mich als hätte ich für sie nie existiert, als wenn unsere Wege nie so lange gemeinsam verlaufen wären. Irgendwie benutzt und weggeworfen. Müsste ich einen etwas geschmacklosen Vergleich anstreben, würde ich sagen, ich war nicht besser als ein benutztes Präservativ.

Ich habe auch Fehler gemacht, davon spreche ich mich nicht frei. Ich verteufle sie hier auch nicht. Vieles hätte ich besser machen können. Meine Auffassung ist nur, dass man miteinander reden muss. Eine Beziehung ist keine glatte geteerte Straße. Hier gibt es eine Menge Schlaglöcher. Gemeinsam schafft man diese Straße auch. Alleine geht es natürlich schneller. Das Beste altes zu vergessen und nach vorne zu sehen, ist natürlich jemand neues.

Ich werde in letzter Zeit immer gefragt, was ich tun würde, wenn sie vor mir stünde und mich fragt, ob wir es nochmal probieren wollen. Meine Antwort darauf ist, dass das niemals passieren wird. So wie sie sich die letzten Monate verhalten hat, die Trennung vollzogen hat und in so kurzer Zeit jemanden neues hatte, wird das nie passieren. Also brauche ich mir auch keine Gedanken darüber machen.

Ich fühle mich momentan so, als hätte ich mir vor geraumer Zeit beide Beine gebrochen. Jetzt bin ich in der Reha und lerne langsam wieder zu gehen. So traurig und schwer ich diese Trennung und ihre Ignoranz auch empfinde zwischendurch, desto mehr neues entdecke ich an mir. Ich habe echte Freunde die mich stützen und auf die ich mich verlassen kann. Ich selber gehe neue Wege, probiere neues aus und entdecke Altes wieder.

Vor der Trennung war ich wieder recht moppelig, um nicht zu sagen fett geworden. Seit dem habe ich fast 28kg abgenommen. bin jetzt fast auf Normalgewicht. Das ist etwas positives. Die Gefühlseinschläge sind nicht mehr so tief und so nah, auch wenn sie noch da sind. Das ist auch etwas positives. Statt mir eine eigene Wohnung zu suchen, bin ich in eine WG gezogen, was eine der besten Entscheidungen war. Also keine Studenten WG, alle berufstätig und von 33 bis 50 Jahre. Auch sehr positiv.

So gesehen beklage ich meine Gefühle auf sehr hohem Niveau. Aber was soll ich machen, wenn es weh tut?

Was soll ich machen, wenn ich so sehr verletzt wurde und stehen gelassen wurde?

... comment